Adhäsionsprophylaxe nach gynäkologischen Operationen

Was sind Adhäsionen (Verwachsungen)?

Nach operativen Eingriffen im Bauch- oder Beckenraum können sich während der Heilung sogenannte Adhäsionen (Verwachsungen) bilden. Dabei entstehen bindegewebige Verbindungen zwischen Organen oder zwischen Organen und der Bauchwand, die normalerweise nicht miteinander verbunden sind.

Verwachsungen gehören zu den möglichen Folgen jeder Operation im Bauchraum und können auch bei sorgfältigster Operationstechnik nicht immer vollständig verhindert werden.

Warum sind Verwachsungen wichtig? 

Die meisten Verwachsungen verursachen keine Beschwerden. In einigen Fällen können sie jedoch zu folgenden Problemen führen:

  • Chronischen Unterbauch- oder Beckenschmerzen
  • Schmerzen bei bestimmten Bewegungen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit
  • Darmbeschwerden
  • Selten Darmverschluss (Ileus)

Was wurde während Ihrer Operation getan? 

Zur Verringerung des Risikos einer Verwachsungsbildung wurden während Ihrer Operation Maßnahmen zur Adhäsionsprophylaxe durchgeführt. Hierzu können gehören:

  • Besonders gewebeschonende Operationstechniken
  • Sorgfältige Blutstillung
  • Minimierung von Gewebeverletzungen
  • Ausreichende Spülung des Operationsgebietes
  • Anwendung spezieller Adhäsionsbarrieren (z. B. Gel- oder Folienpräparate), sofern medizinisch sinnvoll

Trotz dieser Maßnahmen kann die Entstehung von Verwachsungen nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Was können Sie selbst zur Heilung beitragen? 

Eine normale Wundheilung unterstützt auch die Erholung der inneren Operationsbereiche.

Empfohlen werden:

Frühzeitige Mobilisation

  • Stehen Sie möglichst früh nach der Operation auf und bewegen Sie sich regelmäßig entsprechend den ärztlichen Empfehlungen.
  • Kurze Spaziergänge fördern die Durchblutung und die Darmtätigkeit.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr

  • Trinken Sie ausreichend, sofern keine medizinischen Gründe dagegen sprechen.

Unterstützung der Darmfunktion

  • Achten Sie auf eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung.
  • Vermeiden Sie starkes Pressen beim Stuhlgang.
  • Nehmen Sie verordnete Medikamente entsprechend den Empfehlungen ein.

Körperliche Belastung

  • Vermeiden Sie in den ersten Wochen nach der Operation schweres Heben und starke körperliche Belastungen.
  • Steigern Sie Ihre Aktivitäten schrittweise entsprechend Ihrem Befinden.

Welche Beschwerden können nach der Operation normal sein? 

In den ersten Tagen bis Wochen können auftreten:

  • Leichte bis mäßige Wundschmerzen
  • Ziehen oder Druckgefühl im Unterbauch
  • Vorübergehende Blähungen oder Veränderungen der Darmtätigkeit
  • Müdigkeit und reduzierte Belastbarkeit

Diese Beschwerden nehmen üblicherweise im Verlauf der Heilung ab.

Wann sollten Sie ärztliche Hilfe suchen? 

Bitte wenden Sie sich an Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt bei:

  • Zunehmenden oder starken Bauchschmerzen
  • Anhaltender Übelkeit oder Erbrechen
  • Fieber über 38 °C
  • Fehlendem Stuhl- oder Windabgang über mehrere Tage in Verbindung mit Bauchschmerzen
  • Starken Blutungen
  • Auffälligen Wundveränderungen (Rötung, Schwellung, Nässen)

Nachsorge 

Bitte nehmen Sie die vereinbarten Kontrolltermine wahr. Dabei können der Heilungsverlauf, mögliche Beschwerden sowie weitere Fragen zur Operation und Nachbehandlung besprochen werden

Wichtig zu wissen 

Verwachsungen sind eine mögliche Folge jeder Operation im Bauchraum. Durch moderne, gewebeschonende Operationsverfahren und spezielle Maßnahmen zur Adhäsionsprophylaxe kann das Risiko reduziert, jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die meisten Patientinnen erholen sich nach dem Eingriff ohne langfristige Beschwerden.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre behandelnde Frauenärztin bzw. Ihren behandelnden Frauenarzt oder an die behandelnde Klinik.